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Tracking und Daten

Smart Bidding Voraussetzungen: was Google wirklich verlangt (und welche Zahlen falsch sind)

Ziel-CPA hat laut Google keine Mindestzahl an Conversions als Startvoraussetzung; die oft genannten 30 Conversions sind eine Empfehlung für die Auswertung. Ziel-ROAS verlangt in Such- und Shopping-Kampagnen mindestens 15 Conversions in 30 Tagen. Remarketing-Listen brauchen im Suchnetzwerk laut Googles Seite zu Segmenten 100 aktive Nutzer in 30 Tagen, nicht 1.000.

Redaktion HelferlainVeröffentlicht Zuletzt geprüft 8 Min. Lesezeit
Symbolbild: Holzwippe mit einer roten Spielfigur auf der einen und drei gelben auf der anderen Seite
Symbolbild

Die zwei Zahlen, die so nicht stimmen

Zwei Faustregeln kursieren in Agenturen, Foren und Ratgebern seit Jahren. Beide lassen sich mit Googles eigenen Hilfeseiten widerlegen. Die Seiten wurden für diesen Artikel am 23.10.2026 abgerufen; Google ändert sie gelegentlich, deshalb steht bei jeder Aussage die Quelle.

Widerlegte BehauptungWas Google heute schreibt
"Ziel-CPA braucht 30 Conversions in 30 Tagen, sonst geht es nicht"Ziel-CPA ist auch ohne Conversion-Verlauf nutzbar; 30 Conversions empfiehlt Google für die Auswertung
"Remarketing-Listen für Suchanzeigen brauchen 1.000 Nutzer"Die Seite zu Segmentgrößen nennt für das Suchnetzwerk 100 aktive Nutzer in 30 Tagen; eine ältere Seite nennt noch 1.000 Cookies

Wichtig für das Verständnis: Start und Auswertung sind zwei verschiedene Fragen. Ob du eine Strategie einschalten darfst, ist das eine. Ob du nach zwei Wochen beurteilen kannst, ob sie funktioniert, ist das andere.

Ziel-CPA: keine Mindestconversions zum Start

Auf der Hilfeseite zum Ziel-CPA steht wörtlich:

„Werbetreibende können die Gebotsstrategie „Ziel-CPA“ auch ohne Conversion-Verlauf verwenden.“

Die einzige harte Voraussetzung ist ein eingerichtetes Conversion-Tracking: „Bevor Sie die Gebotsstrategie „Ziel-CPA“ erstellen können, müssen Sie Conversion-Tracking einrichten.“ (Google Ads-Hilfe: Gebotsstrategie „Ziel-CPA“, abgerufen am 23.10.2026)

Woher kommen dann die 30 Conversions? Sie stehen auf derselben Seite, aber im Zusammenhang mit der Auswertung: „Für die Auswertung empfehlen wir, die Leistung der letzten 30 Tage zu analysieren. In diesem Zeitraum sollten mindestens 30 Conversions erfasst worden sein.“ Und an anderer Stelle: „Für genauere Ergebnisse sollten Sie die Leistung über Zeiträume messen, in denen mindestens 30 Conversions erzielt wurden.“ Das ist eine Empfehlung für belastbares Messen, keine Zugangsschwelle.

Zwei weitere Punkte von dieser Seite sind für kleine Konten relevant:

  • Ziel-CPA ist ein Durchschnittsziel. Google schreibt: „Bei einigen Conversions können die Kosten über dem Zielbetrag liegen, bei anderen darunter.“ Einzelne Conversions können also deutlich teurer werden.
  • Das Tagesbudget ist kein harter Tagesdeckel. Laut Google kann „maximal das Doppelte Ihres durchschnittlichen Tagesbudgets ausgegeben werden“, ohne dass das monatliche Abrechnungslimit überschritten wird.

Hat die Kampagne bereits Conversion-Daten, schlägt Google einen Ziel-CPA vor: den durchschnittlichen CPA der letzten 30 Tage, angepasst an Conversion-Verzögerungen. Du kannst ihn übernehmen oder selbst einen Wert setzen.

Ziel-ROAS: echte Mindestwerte je Kampagnentyp

Anders als beim Ziel-CPA nennt Google für Ziel-ROAS ausdrückliche Anforderungen. Die Hilfeseite leitet sie mit dem Satz ein: „Für die Verwendung der Gebotsstrategie „Ziel-ROAS“ gelten für die verschiedenen Kampagnentypen die folgenden Anforderungen“ (Google Ads-Hilfe: Gebotsstrategie „Ziel-ROAS“, abgerufen am 23.10.2026).

KampagnentypAnforderung laut Google
Suche und Shoppingmindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen auf Conversion-Tracking-Ebene
Displaymindestens 15 Conversions mit gültigen Conversion-Werten insgesamt für alle Kampagnen in den letzten 30 Tagen; für neue Displaykampagnen ist kein Conversion-Verlauf mehr erforderlich
Demand Genmindestens 50 Conversions in den letzten 35 Tagen für die Kampagne, davon 10 in den letzten 7 Tagen, oder 100 Conversions in den letzten 35 Tagen für alle Demand-Gen-Kampagnen im Konto; Conversions müssen einen Wert größer als 0 haben
Video-Aktionmindestens 30 Conversions in den letzten 30 Tagen
Appmindestens 10 Conversions pro Tag bzw. 300 Conversions in 30 Tagen
Hotelmindestens 50 Conversions pro Woche auf Kampagnenebene
Reisemindestens 50 Conversions in den letzten 7 Tagen auf Kampagnenebene

Für Performance Max nennt die Seite keine Mindestzahl. Ziel-ROAS braucht außerdem Conversion-Werte: Ohne Werte gibt es nichts, worauf die Strategie einen Return berechnen könnte.

Warum Google trotzdem 30 oder 50 Conversions zum Auswerten empfiehlt

Die allgemeine Smart-Bidding-Seite fasst beide Fragen zusammen: „Sie können Smart Bidding zwar auch ohne vorherige Daten aktivieren, Google empfiehlt jedoch, bestimmte Mindestvolumen für Conversions zu erfüllen.“ Für die Auswertung heißt es dort: „Für die genaue Auswertung der Ergebnisse sollten Sie die Leistung jeweils über einen längeren Zeitraum von etwa einem Monat mit mindestens 30 Conversions (50 Conversions für „Ziel-ROAS“) messen.“ (Google Ads-Hilfe: Smart Bidding, abgerufen am 23.10.2026)

Dazu kommt die Lernphase. Nach einer Umstellung zeigt die Strategie den Status „Lernt“. Laut Google können „bis zu etwa 50 Conversion-Ereignisse oder 3 Conversion-Zyklen erforderlich sein, um die Gebotsstrategie an das neue Ziel anzupassen“. Die Dauer hängt von der Zahl der Conversions, der Länge der Conversion-Zyklen und der Strategie ab; für manuelle CPC-Gebote gilt keine Lernphase (Google Ads-Hilfe: Dauer der Lernphase bei Kampagnen, abgerufen am 23.10.2026). Eine andere Hilfeseite nennt eine standardmäßige Lernphase von 7 bis 14 Tagen und rät, in dieser Zeit Budgets, Ziele und Conversion-Zielvorhaben nicht häufig manuell zu ändern, weil das das Lernzeitfenster zurücksetzt (Google Ads-Hilfe: Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen, abgerufen am 23.10.2026).

Für ein Konto mit fünf Anfragen im Monat bedeutet das: Einschalten ist erlaubt, aber eine belastbare Bewertung nach Googles eigener Empfehlung dauert mehrere Monate.

Remarketing-Listen: 100 aktive Nutzer, mit einem dokumentierten Widerspruch

Die Hilfeseite zu Segmenten mit selbst erhobenen Daten nennt die Mindestgröße je Netzwerk (Google Ads-Hilfe: Funktionsweise von Segmenten mit selbst erhobenen Daten, abgerufen am 23.10.2026):

  • Displaynetzwerk: „mindestens 100 aktive Besucher oder Nutzer innerhalb der letzten 30 Tage“.
  • Suchnetzwerk: ebenfalls mindestens 100 aktive Besucher oder Nutzer innerhalb der letzten 30 Tage; für Kundenlisten gelten dieselben Anforderungen.
  • YouTube: dieselbe Schwelle von 100 in 30 Tagen.
  • Ausnahme Kundenlisten: Die 100-Nutzer-Anforderung gilt nur für Kundenlisten, die ab dem 1. Februar 2024 hochgeladen oder aktualisiert wurden. Für ältere Listen gilt laut Google weiterhin die bisherige Anforderung von mindestens 1.000 übereinstimmenden Nutzern.

Eine zweite, ältere Hilfeseite zu Datensegmenten für Suchanzeigen widerspricht dem bis heute. Dort steht: „Ein Segment, das Ihre Websitebesucher und App-Nutzer für Google-Suchanzeigen enthält, muss mindestens 1.000 Cookies umfassen, damit Suchanzeigen anhand des Segments auf die Nutzer abgestimmt werden können.“ (Google Ads-Hilfe: Datensegmente für Suchanzeigen, abgerufen am 23.10.2026)

Wie damit umgehen? Die Seite mit der 100er-Schwelle ist die speziellere: Sie nennt die Anforderungen je Netzwerk und ordnet die 1.000 ausdrücklich als bisherige Anforderung für ältere Kundenlisten ein. Wir halten deshalb fest: Google nennt für das Suchnetzwerk heute 100 aktive Nutzer in 30 Tagen, eine ältere Seite nennt noch 1.000 Cookies. Wer plant, sollte beide Werte kennen und im eigenen Konto prüfen, ob ein Segment tatsächlich ausgeliefert wird. Als feste Regel taugt die 1.000 jedenfalls nicht mehr.

Was das für kleine Konten heißt

FrageAntwort nach Googles Hilfeseiten
Darf ich Ziel-CPA ohne Conversions starten?Ja, wenn Conversion-Tracking eingerichtet ist
Darf ich Ziel-ROAS in der Suche ohne 15 Conversions in 30 Tagen starten?Nein, das ist die genannte Anforderung
Kann ich nach zwei Wochen bewerten?Meist nicht; empfohlen sind etwa ein Monat und mindestens 30 Conversions (50 für Ziel-ROAS)
Begrenzt das Tagesbudget jeden Tag hart?Nein, an einzelnen Tagen kann bis zum Doppelten ausgegeben werden

Der eigentliche Engpass kleiner Konten ist also selten die Freischaltung, sondern die Datenmenge für eine ehrliche Bewertung und die fehlende Kontrolle über einzelne Klickpreise. Wie du Gebote ohne Smart Bidding bewertest, etwa über entgangene Impressionen nach Rang und Budget, beschreibt Gebote und Budget prüfen.

Prüfliste vor dem Umschalten

  1. Tracking aktiv und primär. Nur primäre Aktionen im für Gebote genutzten Zielvorhaben fließen in die Optimierung ein (Google Ads-Hilfe: Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen, abgerufen am 23.10.2026). Wie du das prüfst, steht in Conversion-Tracking in Google Ads einrichten und prüfen und in Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen.
  2. Zählmethode passend. "Eine" zählt nur eine Conversion pro Anzeigenklick, "Jede" zählt jede. Änderungen gelten nur für künftige Conversions (Google Ads-Hilfe: Conversions erfassen, abgerufen am 23.10.2026). Bei Leads verfälscht "Jede" schnell den CPA.
  3. Werte gesetzt. Für Ziel-ROAS braucht jede relevante Aktion einen Conversion-Wert.
  4. Zeitraum realistisch. Rechne aus, wie lange dein Konto für 30 Conversions braucht. Das ist ungefähr die Zeit bis zu einer belastbaren Bewertung.
  5. Status beobachten. Steht die Strategie auf „Lernt“, „Eingeschränkt“ oder „Falsch konfiguriert (Conversion-Einstellung)“, bewerte noch nicht (Google Ads-Hilfe: Status der Gebotsstrategie, abgerufen am 23.10.2026).
  6. Ruhe in der Lernphase. Keine häufigen Änderungen an Budget, Ziel oder Conversion-Zielvorhaben.

Diese Punkte sind Teil von Bereich 1 und 3 der Google Ads Audit Checkliste.

Wo Helferlain hier steht

Helferlain nimmt bei Änderungen nur Gebotsstrategien mit fester Obergrenze an: manuelle CPC-Gebote sowie "Klicks maximieren" und "Prozentualer CPC" mit einer Gebotsobergrenze von höchstens 10 €. Ziel-CPA, Ziel-ROAS und andere Strategien ohne feste Obergrenze lassen sich über Helferlain derzeit nicht einstellen; die stellst du direkt in Google Ads ein. Ein eigenes Werkzeug dafür ist geplant. Im Audit gilt "Tracking zuerst": Bei 0 Conversions steht der Tracking-Befund oben, abhängige Befunde werden herabgestuft, und es gibt keine Euro-Schätzung. Mehr dazu auf der Seite Google Ads Audit.

Quellen

  1. Google Ads-Hilfe: Gebotsstrategie „Ziel-CPA“, abgerufen am 23. Oktober 2026
  2. Google Ads-Hilfe: Gebotsstrategie „Ziel-ROAS“, abgerufen am 23. Oktober 2026
  3. Google Ads-Hilfe: Smart Bidding, abgerufen am 23. Oktober 2026
  4. Google Ads-Hilfe: Dauer der Lernphase bei Kampagnen und welche Faktoren Auswirkungen darauf haben, abgerufen am 23. Oktober 2026
  5. Google Ads-Hilfe: Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen, abgerufen am 23. Oktober 2026
  6. Google Ads-Hilfe: Funktionsweise von Segmenten mit selbst erhobenen Daten, abgerufen am 23. Oktober 2026
  7. Google Ads-Hilfe: Datensegmente für Suchanzeigen, abgerufen am 23. Oktober 2026
  8. Google Ads-Hilfe: Conversions erfassen, abgerufen am 23. Oktober 2026
  9. Google Ads-Hilfe: Status der Gebotsstrategie, abgerufen am 23. Oktober 2026

Redaktion Helferlain

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