Entscheidung und Kosten
Google Ads selbst machen oder Agentur: eine ehrliche Entscheidungshilfe
Selbst machen lohnt sich, wenn du jede Woche Zeit für das Konto hast, das Tracking selbst prüfen kannst und eine Agenturpauschale einen großen Teil deines Budgets fressen würde. Eine Agentur lohnt sich, wenn Zeit und Fachwissen fehlen und das Budget die Pauschale trägt. Dazwischen liegt ein dritter Weg: ein Werkzeug, das prüft und vorschlägt, während du freigibst.

Drei Wege im Vergleich
Die Frage "selbst oder Agentur" hat heute eine dritte Antwort: ein Werkzeug, das dein Konto prüft und Änderungen vorschlägt, die du freigibst. Keiner der drei Wege ist immer richtig. Entscheidend ist, wie viel Zeit, Wissen und Budget du hast und wie viel Kontrolle du behalten willst.
| Kriterium | Selbst machen | Agentur | Werkzeug mit Freigabe |
|---|---|---|---|
| Zeit pro Woche | am höchsten | am geringsten | mittel, vor allem für Freigaben |
| Fachwissen nötig | hoch | gering | mittel |
| Kosten neben dem Werbebudget | eigene Stunden | Honorar | fester Monatspreis |
| Kontrolle über Entscheidungen | vollständig | je nach Vertrag | vollständig, du gibst frei |
| Abhängigkeit | gering | hoch, wenn das Konto nicht dir gehört | gering |
| Strategie, Angebot, Website | du | Agentur, je nach Umfang | du |
Das wichtigste Kriterium steht nicht in der Tabelle, sondern dahinter: Wem gehört das Konto, und wer sieht die Daten? Das klären wir im Abschnitt zum Vertrag.
Wann du es selbst machen solltest
Selbst machen passt, wenn drei Bedingungen erfüllt sind.
- Du hast regelmäßig Zeit. Als grober Erfahrungswert für ein überschaubares Konto gelten zwei bis drei Stunden pro Woche. Das ist keine Studie und keine Messung, sondern eine Orientierung; ein Konto mit vielen Kampagnen braucht mehr.
- Du kannst das Tracking prüfen. Ohne verlässliche Conversion-Daten triffst du jede Entscheidung über Gebote und Budget blind. Wie das geht, erklärt der Artikel Conversion-Tracking in Google Ads einrichten und prüfen.
- Eine Pauschale wäre unverhältnismäßig. Wenn ein Agenturhonorar einen großen Teil deines Werbebudgets ausmachen würde, bleibt zu wenig für die eigentlichen Klicks. Was Klicks, Budget und Betreuung kosten, steht im Artikel Google Ads Kosten 2026.
Die vier Dinge, die du dann wirklich tun musst
Wer selbst betreut, muss nicht alles können, aber diese vier Aufgaben regelmäßig erledigen:
| Aufgabe | Rhythmus | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Suchbegriffe prüfen | wöchentlich | Suchanfragen, die nicht zu deinem Angebot passen, als auszuschließende Keywords eintragen |
| Tracking kontrollieren | wöchentlich | Kommen Conversions an, und zählen sie das Richtige? |
| Budget und Gebote prüfen | alle zwei Wochen | Wo begrenzt das Budget, wo wird ohne Ergebnis ausgegeben? |
| Anzeigen und Landingpages | monatlich | Passen Anzeigentext und Zielseite noch zum Angebot? |
Der Bericht zu Suchbegriffen ist dabei dein wichtigstes Werkzeug. Google beschreibt ihn so: "Im Bericht zu Suchbegriffen sehen Sie, welche Leistung Ihre Anzeigen erzielt haben", und mit auszuschließenden Keywords werden Anzeigen "nicht für Nutzer ausgeliefert, die nach etwas suchen, das Sie gar nicht anbieten" (Quelle: Google Ads-Hilfe, Bericht zu Suchbegriffen, abgerufen am 23.10.2026).
Eine vollständige Prüfreihenfolge findest du in der Google Ads Audit Checkliste.
Wann eine Agentur passt
Eine Agentur lohnt sich, wenn dir Zeit oder Fachwissen fehlen und dein Budget das Honorar trägt. Öffentliche Preise sind selten. Ein Beispiel einer einzelnen Quelle, kein Marktdurchschnitt: Ostend Digital nennt "Typische Agenturkosten für KMU: 800 bis 3.000 EUR/Monat (ohne Mediabudget)" (Quelle: Ostend Digital, Google Ads Agentur beauftragen, abgerufen am 23.10.2026). Das Werbebudget kommt hinzu. Andere Agenturen rechnen mit einem Anteil am Budget oder nach Stunden ab. Vergleiche deshalb immer Honorar plus Budget.
Woran du eine gute Agentur erkennst: zehn Fragen
Stell diese Fragen im Erstgespräch. Eine gute Agentur beantwortet sie ohne Ausweichen.
- Wird das Google-Ads-Konto auf mich angelegt, und bleibe ich Administrator?
- Welche Zugriffsebene bekommt die Agentur, und warum genau diese?
- Wie prüft ihr vor dem Start, ob das Conversion-Tracking stimmt?
- Welche Kennzahl ist das Ziel: Anfragen, Umsatz, Kosten je Anfrage?
- Wie oft sehe ich einen Bericht, und was steht darin?
- Welche Änderungen stimmt ihr vorher mit mir ab, welche macht ihr allein?
- Wer betreut mein Konto konkret, und wie viele Stunden pro Monat sind enthalten?
- Wie geht ihr mit Suchbegriffen um, die nicht zu meinem Angebot passen?
- Was passiert mit Konto, Daten und Conversion-Historie, wenn ich kündige?
- Wie lang ist die Kündigungsfrist, und gibt es eine Mindestlaufzeit?
Was im Vertrag stehen muss
Drei Punkte entscheiden darüber, ob du die Agentur später ohne Schaden wechseln kannst.
Konto-Eigentum. Eine Agentur arbeitet meist über ein Verwaltungskonto (MCC). Google weist darauf hin, dass ein Verwaltungskonto "auch der Inhaber eines Kundenkontos sein" kann. Zugleich gilt: "Nutzer mit Administratorzugriff können allerdings die Verknüpfung zwischen ihrem Konto und dem Verwaltungskonto aufheben" (Quelle: Google Ads-Hilfe, Verwaltungskonten, abgerufen am 23.10.2026). Halte deshalb fest, dass das Konto auf dich läuft und du Administratorzugriff behältst.
Zugriffsebene. Google kennt fünf Zugriffsebenen (Quelle: Google Ads-Hilfe, Zugriffsebenen in Google Ads-Konten, abgerufen am 23.10.2026):
| Zugriffsebene | Was sie erlaubt |
|---|---|
| Nur E-Mail | nur E-Mail-Benachrichtigungen und Berichte |
| Abrechnung | Zahlungsinformationen und Abrechnung, keine Kampagnen |
| Schreibgeschützt | Kampagnen und Berichte ansehen, nichts ändern |
| Standard | Kampagnen bearbeiten, aber keine Nutzer und Kontoverknüpfungen verwalten |
| Administrator | volle Kontrolle, auch Zugriffe vergeben und Verknüpfungen verwalten |
Für die laufende Betreuung reicht in vielen Fällen die Ebene Standard. Administrator solltest du selbst behalten. Mehr dazu im Artikel Google-Ads-Zugriff sicher vergeben.
Kündigung und Übergabe. Lege fest, dass Konto, Kampagnen und Conversion-Historie bei dir bleiben und die Agentur ihren Zugriff zum Vertragsende abgibt. Wie ein Wechsel praktisch abläuft, beschreibt der Artikel Google Ads Agentur wechseln.
Der dritte Weg: Werkzeug mit Freigabe
Zwischen "alles selbst" und "alles abgeben" liegt ein Modell, bei dem ein Werkzeug die Datenarbeit übernimmt und du die Entscheidungen triffst. Das Werkzeug liest dein Konto, findet Auffälligkeiten und formuliert konkrete Änderungen. Ausgeführt wird erst, wenn du sie freigibst.
Was ein Werkzeug übernehmen kann
- Prüfen: Tracking, Suchbegriffe, Budgets, Standorte und Anzeigenzeiten regelmäßig durchsehen, ohne dass du jede Tabelle selbst öffnen musst.
- Priorisieren: Befunde nach Dringlichkeit sortieren, damit du mit dem Wichtigsten beginnst.
- Vorschlagen: eine konkrete Änderung formulieren, etwa eine Liste auszuschließender Keywords, die du vor dem Ausführen prüfst.
- Grenzen einhalten: feste Obergrenzen für Gebote und Budgets durchsetzen, damit auch ein falscher Vorschlag keinen großen Schaden anrichtet.
Was ein Werkzeug nicht kann
- Strategie: Welche Zielgruppe du ansprichst und welches Angebot du in den Vordergrund stellst, entscheidest du.
- Angebot: Ein Werkzeug macht ein unpassendes Angebot nicht attraktiver.
- Website: Eine langsame oder unklare Landingpage bleibt ein Problem, das außerhalb von Google Ads gelöst wird.
Wer mit Freigaben arbeitet, sollte das Prinzip auch im Team sauber regeln. Der Artikel Vier-Augen-Prinzip in Google Ads zeigt, wie das aussieht. Wer KI-Assistenten nutzt, findet im Artikel Google Ads mit Claude oder ChatGPT verbinden, wie Lesen und Schreiben dort getrennt werden.
Entscheidungsbaum
Geh die Fragen der Reihe nach durch. Die erste passende Antwort ist deine Empfehlung.
- Funktioniert dein Conversion-Tracking nachweislich? Wenn nein: Bring es zuerst in Ordnung, egal welchen Weg du wählst. Ohne Tracking lässt sich keiner der drei Wege fair beurteilen.
- Hast du jede Woche feste Zeit für das Konto? Wenn nein: Agentur oder Werkzeug.
- Kennst du dich mit Suchbegriffen, Keyword-Optionen und Geboten aus? Wenn nein und du willst es nicht lernen: Agentur. Wenn du es lernen willst: Werkzeug mit Freigabe, das dir Vorschläge erklärt.
- Trägt dein Budget ein Agenturhonorar, ohne dass für Klicks zu wenig bleibt? Wenn nein: selbst machen oder Werkzeug.
- Willst du jede Änderung selbst entscheiden? Wenn ja: selbst machen oder Werkzeug mit Freigabe. Wenn du lieber abgibst: Agentur, mit klarem Vertrag zu Konto-Eigentum und Zugriff.
- Brauchst du Hilfe bei Strategie, Angebot oder Website? Wenn ja: Eine Agentur mit entsprechendem Leistungsumfang deckt das eher ab als ein Werkzeug.
Die Kernaussagen
- Kontrolle über Konto und Daten ist das wichtigste Kriterium. Das Konto gehört dir, Administrator bleibst du.
- Vergleiche Kosten immer als Summe aus Honorar oder Werkzeugpreis plus Werbebudget.
- Tracking zuerst: Ohne verlässliche Conversions ist jede Bewertung der Betreuung geraten.
- Kein Weg ist immer richtig. Du kannst auch wechseln, wenn sich Zeit, Budget oder Wissen ändern.
Wie Kampagnen mit Prüfung, Vorschlag und Freigabe betreut werden, zeigt die Seite Kampagnenmanagement.
Quellen
- Ostend Digital: Google Ads Agentur beauftragen (14.03.2026), abgerufen am 23. Oktober 2026
- Google Ads-Hilfe: Zugriffsebenen in Google Ads-Konten, abgerufen am 23. Oktober 2026
- Google Ads-Hilfe: Verwaltungskonten (Kundencenterkonten, MCC), abgerufen am 23. Oktober 2026
- Google Ads-Hilfe: Bericht zu Suchbegriffen, abgerufen am 23. Oktober 2026
Redaktion Helferlain
Helferlain ist eine Marke der Kompetenz Int. Consulting GmbH. Wir prüfen jeden Artikel spätestens alle sechs Monate gegen die genannten Quellen; Stand dieses Artikels: . Verantwortlich im Sinne des Impressums: Impressum.


